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Leben ist...

... was passiert, während du dabei bist Pläne zu machen (John Lennon)

Eigentlich sollte das hier ein fröhlicher Blog werden. Ich wollte schreiben, dass wir uns Ostern tatsächlich getraut haben, dass wir ein supertolles Gartenfest mit unseren Freunden gefeiert haben, dass wir dann mit unseren Moppeds Richtung Süden gefahren sind und jetzt in Marrakesch bei einem Tee sitzen oder im Wüstensand die Unendlichkeit spüren. Eigentlich...

Aber alles kam ganz anders. Ich hatte Anfang April meine letzte Arbeitswoche in Hamburg gut genutzt, alles erledigt und übergeben und war auf dem Heimweg, als Jürgen mich anrief und meinte, er müsse zum Arzt, es geht ihm nicht gut. Noch am selben Abend wurde er operiert und das Drama nahm seinen schicksalhaften Lauf. Es gab eine Komplikation, während der Narkose wurde die Lunge beschädigt, die Lunge versagte und er musste künstlich beatmet werden, lag im Koma.

Das war am Freitag, den 04. April. Am 17. wollten wir heiraten, und so weiter, siehe oben.

Am Montag, den 14. April, 10 Tage später, immer noch im Koma, hatte sich sein Zustand so verschlechtert, dass er in eine Uniklinik transportiert wurde. Dort eingetroffen sagten mir die Ärzte, ich solle auch das Unmögliche denken und mich damit auseinandersetzen, dass er es vielleicht nicht schaffen könnte. Seine Organe hatten versagt, er hatte sehr hohes Fieber und er sah nicht gut aus. Er wurde zusätzlich an eine Herz-Lungen-Maschine (ECMO) gehängt und an die Dialyse, bekam wohl alles an Antibiotika was es so gibt.

24 Stunden später: er lebt, Fieber ist weg. Ganz leise Hoffnung. Telefon neben dem Bett. Kann sowieso nicht schlafen.

Heute, Sonntag, der 11. Mai, 5 Wochen danach: Jürgen ist gesund! Er hat es wirklich geschafft. Zwar ist er noch im Krankenhaus, aber auf der normalen Station und das jetzt ist alles relativ „easy“. Er muss seine Muskeln wieder aufbauen, auch die Lunge vorsichtig trainieren. Aber das wird alles wieder. Morgen kommt er in die Reha nach Püttlingen.

Wir sind beide sehr nachdenklich. Wir haben schon immer beide im Hier und Jetzt gelebt, keine Träume aufgeschoben nach dem Motto „wenn erst die Kinder groß sind, wenn erst das Haus bezahlt ist, wenn erstmal...“. Wir haben uns über kleine Dinge gefreut und das Leben so genommen wie es kommt. Und wir haben beide wahrlich manche Lebenskrise überstanden. Und dabei sind wir immer froh und optimistisch geblieben.

So auch jetzt! Das hatten wir uns wirklich anders vorgestellt. Aber jetzt ist es (fast) überstanden. Wir sind jetzt nicht in Marokko. Schade. Aber sobald es körperlich geht, fahren wir für einige Zeit los, irgendwo ans Meer, einfach nur von dieser Sache erholen und wieder Kraft tanken. Und dann leben wir einfach weiter. Vielleicht machen wir viele kleine Reisen. Vielleicht fahren wir im Winter in die Wüste. Vielleicht beginnen wir unsere Transworld-Tour 2015. Nicht nur Träumen, sondern LEBEN! JETZT!

Und natürlich werden wir heiraten, so schnell es geht.

 

 Wir sagen DANKE:

  • Zuallererst dem ganzen Team der Intensivstation im DRK Krankenhaus Saarlouis,
  • Frau Dr. Hösch, Funktionsoberärztin der Intensivstation Uniklinik Homburg, die Lebensretterin,
  • dem ganzen Team der IOI (Interdisziplinäre Operative Intensivstation) im Uniklinikum Homburg,
  • allen Pflegern und Schwestern der Station M3 im DRK Krankenhaus Saarlouis, wo Jürgen sich nach der Intensivstation erholt und auf einen Rehaplatz gewartet hat,
  • Frau Herrmann vom Sozialdienst im DRK Krankenhaus, die sich sehr für einen guten Rehaplatz eingesetzt hat,
  • Vorschußlorbeeren schon mal an die Frühreha in Püttlingen, die ab morgen Jürgen weiter fit machen werden,
  • unserem Kölner Dreigestirn, die mit mir trotz allem ein schönes Osterfest zelebriert haben,
  • unseren Kindern Anne-Katrin, die in der ganz schweren Zeit hier war, gekocht und mich getröstet hat, und Jan Eric, der sofort an der Seite seines Vaters war,
  • allen unseren vielen Freunden, die angerufen, Hilfe angeboten, Kraft und Trost gegeben und Jürgen besucht haben,
  • und: Herr Lehmen von Truck&Trailer 24 in Beckingen (er weiß schon wofür...)

 

Geschrieben von Clelia. Wie Jürgen das alles empfunden hat, könnt ihr auch bald lesen.

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