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Usbekistan-06

Vor allem dafür kommen die Besucher nach Samarkand – der berühmte Registan. Und dieser Platz ist beeindruckend. Er wird gesäumt von 3 Medressen, die riesige Ausmaße haben. Hier spielte sich einst das pralle Leben ab: Gerichtsprozesse, Hinrichtungen, Erlasse wurden vorgelesen, Märkte abgehalten. Im Abendlicht stehen wir nun hier und sind an einem der wichtigsten Orte der legendären Seidenstraße.

Wir haben ein kleines Hostel gefunden, keine 300 m vom Registan entfernt, ein wenig zusammengewürfelt alles, aber bei dieser Lage für 17$ pro Nacht unschlagbar. Unsere Empfehlung: das Bahodir.

Samarkand hat eine sehr bewegte Vergangenheit, wurde von Alexander dem Großen eingenommen, den Hunnen, Arabern, von Dschigis Chan und weiteren Herrschern erobert, verwüstet, geplündert, war im Mittelalter 50 Jahre lang einmal gänzlich unbewohnt, wurde auf- und umgebaut, erlebte Blütezeiten und überstand sowjetische Modernisierungen. Genau wie die Lebensjahre einen Menschen zeichnen, so sieht eben Samarkand nach ca. 2.700 Jahren jetzt aus. Es ist keine homogene, keine hübsche Stadt. Aber die Ausstrahlung dieser gelebten Jahre ist zu spüren.

Vom Registan nur wenige Gehminuten entfernt ist der Basar. Gleich daneben ist noch ein gigantisches Bauwerk, die Bibi Xanom Moschee, und gegenüber das Grab der Bibi Xanom (die alte Königin, Lieblingsfrau von Timur).

Seht ihr wie klein das Menschlein rechts unten in der Ecke ist?>/p>

Im Innenhof der Medresse herrscht eine entspannte Ruhe, große Bäume spenden Schatten, und wir finden immer noch Spaß daran blaue Kacheln zu fotografieren...

Noch mehr blaue Kacheln gibt es in der Shohizinda. Das ist eigentlich ein Friedhof, aber was für einer. Der 15 Minuten Fußmarsch in der Gluthitze hat sich gelohnt. Wir steigen steile Treppen hinauf und hinunter und erleben das hier...

Jedes dieser Figuren, Schriften und Motive ist Keramik, terra cotta. Eine Wahnsinnsarbeit.

Und, dies hier ist ein Friedhof. Hier stehen Mausoleen aus dem 11. bzw 13. Jahrhundert und jünger.

In ganz Usbekistan wird er noch heute verehrt: Timur oder auch bekannt als Tamerlan. Das war kein netter Mensch. Er lebte und regierte im 14. Jahrhundert, machte Samarkand zur Hauptstadt seines „Weltreiches“ und eroberte, raubte, plünderte mit großer Grausamkeit, wie viele vor und nach ihm. Es heißt, er habe in Bagdad eine Pyramide aus 90.000 abgeschlagenen Menschenköpfen errichten lassen.

Die Kunst dieser wunderschönen blauen Kacheln, für die Samarkand und andere Städte in Zentralasien so bekannt sind, stammt ursprünglich von Handwerkern aus Persien, die hierher verschleppt wurden.

Das Grab dieses Mannes ist in Samarkand, Gur Emir, das Grab des Gebieters.

Wie viele alten Gebäude in Samarkand, war auch dieses vor einigen Jahren noch eine komplette Ruine. Jetzt wird dies recht behutsam und ordentlich Stück für Stück renoviert.

Innen sieht es so aus:

Hier liegt er.

Noch eine letzte Schauergeschichte:

Nach einer alten Prophezeihung sollte die Welt bei einer Öffnung des Grabes zittern. Als 1941 sowjetische Archäologen die Gebeine Timurs untersuchten, verbanden das viele mit dem verheerenden Überfall Deutschlands auf Russland. Erst als 1942 die Gebeine erneut bestattet wurden kam mit Stalingrad die Wende dieses Krieges.

Überhaupt haben wir festgestellt, dass in Usbekistan Amulette gegen den bösen Blick, Rituale gegen böse Geister und Aberglaube verbreitet sind. So hängt in jedem Auto, an jeder Tür solch ein Glücksbringer. Eine bestimmte Wüstenpflanze wird verbrannt, der Rauch hilft ebenfalls gegen alles Böse.

Es kann nicht schaden hier ein bisschen aufzurüsten. Wir kaufen ohne großes Gefeilsche ein Amulett für Clelia. Bereits in Urgansh hat Jewgeni das Motorrad mit großem Einsatz eingenebelt.

Dann kann ja nichts mehr schiefgehen...

Wir haben unseren Backpackerausflug nach Buchara und Samarkand nun beendet. Morgen früh geht es wieder mit dem Zug nach Taschkent. Hier sind mittlerweile nicht nur unsere beiden Motorräder per Spedition eingetroffen, hier treffen wir nach einer Woche auch unsere Freunde vom Motoclub wieder. In Uchqorghan, 300 km weiter im Ferganatal, nahe an der kirgisischen Grenze, finden am Wochenende die usbekischen Landesmeisterschaften im Kartrennen statt. Wir wollen gemeinsam dorthin, unsere Freunde anfeuern, und dann nach Kirgistan weiterfahren.

Das zumindest ist der Plan...

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