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Usbekistan-02

Den folgenden Tag, Mittwoch, verschlafen wir komplett. Unser Hotel hat einen abgeschlossenen Hof, hier stehen beide Motorräder sicher. Unsere Sachen sind im Heizungskeller. Und wir „genießen“ ein ganz schön gammeliges Sowjetzimmer. Aber das ist jetzt alles egal.

Dann macht Jürgen einen Motorrad Check. Davon wird abhängen, ob das alles überhaupt reparabel ist. Er baut alles auseinander, das ist der Stand:

  • Rahmen ist ganz!
  • Gabel ist verbogen
  • Gabelbrücke ist in 4 Teile zerbrochen
  • Vorderrad, Felge und Bremse sind gebrochen
  • Reifen ist defekt
  • Lampe ist zerbrochen
  • Motorschutz ist zerbeult
  • Kühler ist kaputt
  • Koffer sind zerbeult, Inhalt ist ganz
  • Boano Verkleidung ist stark beschädigt
  • Tank ist verbeult
  • Benzinleitung ist abgerissen
  • Beide Sturzbügel sind beschädigt, zum Teil abgerissen und völlig verbogen
  • Vordere Tasche ist aufgerissen
  • Lenker ist ein klein wenig verbogen, geht aber noch

Das bedeutet: sieht schlimm aus, kann er aber prinzipiell reparieren. Und das wollen wir machen.

 

Mittlerweile sind irgendwelche Kumpels von den Jungs aus dem Hotel da, die meinen sie könnten alles besorgen. Kostet 300$ (wobei sie noch gar nicht wissen was sie besorgen müssten). Dann kommt einer und meint, er könne alles in ein, zwei Tagen reparieren. Jürgen fährt auf den Teilebasar. Hier gibt es zwar alles Mögliche, aber erwartungsgemäß nicht das was er braucht.

Am nächsten Tag steht auf einmal ein Herr im Anzug mit seiner Frau in der Lobby. Er hat einen Germanistikstudenten zum Übersetzen dabei und stellt sich als Vorsitzender des Motoclubs von Urgansh vor, Oleg. Er wird uns helfen. Wir brauchen eine preiswerte Unterkunft, denn im Sher Hotel bezahlen wir 80$. Und wir brauchen einen Ort wo Jürgen das Motorrad reparieren kann. Alles kein Problem. Morgen früh kommt ein Auto, das bringt das Motorrad in den Motoclub und uns in ein Hostel für 20$.

Der Chef: Oleg

Ja, und dann geht das richtig los. Der Motoclub entpuppt sich als Fahrschule, Jugendsportverein, mit Kartbahn, Übungsplatz, Schießanlage und voll ausgestatteter Werkstatt. Die Jungs dort haben es echt drauf, sind richtig gute Schrauber. Und sie sind begeistert von dem deutschen Fahrzeugbaumeister.

Als Jürgen am nächsten Morgen kommt, haben sie die verbogene Gabel gerade „gemacht“. Sieht gar nicht so schlecht aus, für unsere weitere Reise findet sie aber vor Jürgens Auge keine Gnade. Auch eine kaputte Bremsscheibe wird nicht geschweißt, nein. Wir brauchen Teile aus Deutschland. Nicht wirklich ein Problem. Eine Transalp als Ersatzteilspender steht eh noch daheim, Gabel und Vorderrad mit Bremse sind also da. Neue Reifen hätten wir beide in spätestens 2 Monaten ohnehin gebraucht. Ein Satz liegt noch daheim, ein zweiter kommt prommt vom Reifenwerk Heidenau. Andere Teile besorgen unsere Freunde oder wir können die direkt im Internet bestellen. Bea und Helle schicken uns neue Bügel für den Gabelstabilisator.

Aber wie kommt das nun alles zu uns? Wir und parallel unsere Freunde recherchieren, mailen, telefonieren wie die Wilden. Fazit: ausnahmslos alles kostet ab 600€ aufwärts, Laufzeit nicht unter 3 Wochen (Minimum). Also machen wir es ganz unkonventionell: Jürgen fliegt mit Sibirian Air mal eben von Urgansh über Moskau nach Deutschland. Hin und zurück für 640€. Damit haben wir alle und vor allem die richtigen Teile innerhalb einer Woche hier.

Großes Hallo bei unseren Freunden anlässlich dieses Kurzbesuches.

Jürgen ist mittlerweile im Klub voll integriert. Alle hauen ihm auf die Schulter, schütteln ihm die Hand, lachen und freuen sich, dass sie uns helfen können. Wir wiederum sind froh über diese Möglichkeit, ihre Werkstatt nutzen zu dürfen. Und so fährt Jürgen also morgens „in die Arbeit“ und baut das Bike wieder zusammen.

 

Kommentare  

# Panny 2016-06-01 18:22
Die Krad-Vagabunden drücken Euch weiter die Daumen! Scheint mir zudem mal wieder ein Paradeneispiel für die goldene Regel zu sein,daß vieles,das als Disaster beginnt als menschlich größartiges Erlebnis endet. Toi,toi,toi.
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# Clelia und Jürgen 2016-06-18 13:09
Ja Panny, da hast du völlig recht. Wir haben Freunde fürs Leben hier gefunden. Das erlebt man so nur abseits touristischer Pfade. :-)
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