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Tadschikistan-03

Der absolute Höhepunkt unserer Reise, auch im wahrsten Sinne des Wortes, war der Besuch des Pamirgebirges in Tadschikistan. Unsere Route und unsere Erfahrungen haben wir bereits für euch veröffentlicht. Heute, ein gutes anderthalb Jahr später, kommen Erinnerungen hoch, schauen wir uns (gefühlt) 1 Million Fotos an, und sind glücklich und dankbar, dass wir dies erleben durften.

Es gibt oft weder Strom noch Wasser, geschweige denn Telefon oder Internet. Kein Holz, keinen Baum, kein Strauch, keine Pflanzen. Alles muss hergeschafft werden, jede Wasserflasche, jede Tomate, jedes Benzinfass. Im Winter sind -40 Grad normal, im Sommer wird es selten wärmer als 25 Grad. Ständig pfeift ein starker eisiger Wind, auch im Sommer. Es müssen ganz außergewöhnliche Menschen sein, die hier leben. Und das sind sie auch...

Es gibt im Pamir keine Bäume, kein Holz. Deshalb ist der Dung der Yaks so wertvoll, er wird getrocknet und dient im Winter als Heizmaterial. Die Häuser sind einfach, haben oft keine Glasfenster. Im Dorf gibt es meistens ein einziges Klohäuschen, für alle Bewohner, ein einfacher Bretterverschlag, ein Loch, fertig.

Aber manchmal sind wir überrascht: es gibt Strom und (chinesisches) Fernsehen. Und sogar ein neues Fenster...

Keine Frage, wir sind in einem wilden Land. Die Hochebene des Pamir wurde von Marco Polo das Dach der Welt genannt. Wir befinden uns stetig auf 4.000 Meter Höhe. Die Berge ringsum wirken eher harmlos, dabei sind das alles 6- und 7.000er. Hier gibt es keine Städte, keinen Handyempfang, keinen Supermarkt, keinen ADAC. Hier ist man auf sich gestellt.

TOLL! Finden wir jedenfalls. Und wir genießen diesen Abenteuer- Kick.

Das ist eine Brücke für (große und kleine) Autos.

Und dies ist eine für (nicht allzu schwere) Lebewesen:

Wie zum Geier kommt dieser LKW dorthin? Und vor allem: wie kommt er wieder raus?

Manche haben es nicht ganz geschafft...

Der ist doch bestens in Schuss und fahrtauglich, oder?

Hier wurde kurzerhand der Kühler „freigelegt“, die alten chinesischen Laster ächzen spürbar unter der Höhe und dem Staub. Und den kläglichen Rest der Kabine hält ein Spanngurt zusammen. Geht doch...

Wirklich fasziniert sind wir, als wir am Panji Fluss ankommen und auf der anderen Flussseite Afghanistan sehen. Eine andere Welt… Und doch wirken die Menschen dort ganz normal, sie leben ihr Leben und wollen wahrscheinlich einfach nur weiter so in Frieden leben.

Wahrscheinlich eine Schule. Die Mädchen sind vollständig schwarz verschleiert, winken uns fröhlich zu.

Auf beiden Seiten des Panji- Flusses erheben sich schroffe Gebirgsformationen. Auf „unserer“ tadschikischen Seite wurde ein alter Eselspfad zu einer halbwegs befahrbaren Piste ausgebaut, die wir mit unserem Jeep gemütlich entlang fahren. Gegenüber auf afghanischer Seite ist es noch ein einfacher Pfad. Kilometer um Kilometer begleitet er uns, und ab und zu sehen wir ein paar Menschen dort laufen oder mit einem kleinen Mofa fahren. Diese Frauen haben noch mehrere Stunden vor sich, bis sie auf den nächsten Ort treffen (und sicher schon einige Stunden Laufen hinter sich). Wahnsinn...

Dort drüben ist Afghanistan. Die Menschen haben dem Felsen karge Terrassenfelder abgerungen und bewirtschaften diese. Sieht alles ganz friedvoll aus...

Oft ist die „Straße“ auch auf der tadschikischen Seite recht abenteuerlich. Kaum zu glauben, aber auch LKW müssen (und fahren) hier lang...

Wer nicht in Khorogh getankt hat, hat es jetzt schwer. Der nächste Ort ist Murghab, einmal quer durch den Pamir.

Teilweise sieht der Pamir „Highway“ auch mal so aus:

„Moderne“ Dieseltankstelle in West Tadschikistan:

In der Not helfen die Locals. Irgend jemand kennt Jemanden, der Jemanden kennt, der noch etwas Benzin in seinem Kofferraum hat und uns davon 20 Liter verkauft.

Die Tankstelle in Murghab:

Die Main Street mit Geschäften:

In Murghab gibt es aber auch ein ganz anständiges Hostel, in dem wir gut übernachtet und gegessen haben. Und auch ein Hospital ist da. Auch wenn die Klos für alle (Patienten und Ärzte) aus einem Klohäuschen auf dem Gelände bestehen, (wie oben beschrieben: 1 Bretterverschlag, 1 Loch, natürlich kein Papier … ), und die Krankenschwestern Wasser aus einem Ziehbrunnen in Eimern holen, gibt es Medikamente und medizinischen Sachverstand für die allgegenwärtige Höhenkrankheit.

Muss man nicht unbedingt ausprobieren, aber im Notfall bekommt man hier Hilfe.

Ein normales Klo,

... und Krankenschwestern, die Wasser aus Brunnen schöpfen:

Das Hotel, das erste (und einzige) Haus am Platz. Hier gibt es Dorms, Jurten und Einzelzimmer zu mieten, Dusche und WC, ab 10$. Und abends ein zünftiges landestypisches Essen. Können wir empfehlen.

Der Besitzer spricht sogar Deutsch.

Wir haben ihn gefragt, ob die Familie im Winter hinunter nach Kirgistan geht. Von dort stammt er nämlich. Da hat er uns verständnislos angesehen. Dafür hat niemand das Geld. Nein, sie leben hier, Punkt. Von ihm wissen wir etwas über das harte Leben der Pamiri. Und wir sind ganz schön beschämt ob unserer Unwissenheit.

Er hat uns auch erzählt, dass sich alle hier große Sorgen wegen China machen. China möchte einen Teil des Pamir, östlich von Murghab, für 50 Jahre pachten, dort die vermuteten Bodenschätze ausbeuten und im Gegenzug Straßen in Tadschikistan bauen – natürlich vor allem dort, wo chinesische LKW chinesische Waren hinfahren wollen. Da zählen ein paar wenige Menschen die hier leben nicht. „Glaubt ihr, dass die Chinesen nach 50 Jahren wieder weg gehen?“ fragt er uns...

Der Pamir Highway biegt bei Murghab ab nach Norden, und man kommt zu einem weiteren Juwel: dem See Karakul. Hier gibt es ein homestay, man kann etwas essen oder auch übernachten.

Der Rest des Dorfes ist wie gehabt richtig wild...

Das „Marco Polo homestay“.

Sie führt das homestay. Wir haben nur eine kurze Rast eingelegt und haben uns sehr wohl gefühlt.

Ja, der Pamir ist wild. Nichts für Warmduscher. Uns hat genau das gefallen.

Und der Pamir belohnt mit einer einzigartigen, fast vollkommen unberührten Natur.

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