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Tadschikistan-02

Unsere komplette Route und Tipps für Tadschikistan haben wir ja schon veröffentlicht. Die meisten verbinden mit Tadschikistan einen Trip durch den Pamir, und dies zu Recht. Das westliche Tadschikistan ist völlig anders. Wir begannen unsere Fahrt entlang des Flusses Syrdarya und des Ferganatals, die Kornkammer des Landes. Hier ist es heiß und feucht, Landwirtschaft wohin man blickt. Es werden gerade Aprikosen geerntet und diese liegen zum Trocknen überall am Straßenrand. Menschen arbeiten auf den Feldern wie zu Zeiten unserer Großeltern. Die Sowjetunion lässt grüßen...

Von anderen Reisenden hatten wir den Tipp bekommen, die „Seven Lakes“ zu besichtigen. Nie gehört, aber wir wurden neugierig. Auf der Karte sieht es aus wie ein kleiner Abstecher von 70-80 km, kann man ja mal machen, oder?

Wir hätten etwas ganz Besonderes verpasst, wenn wir hier einfach vorbei gefahren wären. Nachdem man sich durch die alten Sowjetstraßen und -städte im Nordwesten gequält hat und bei Dardar in Richtung Pendzhikent/Samarkand abgebogen ist, findet man sich auf einer excellenten Asphaltstraße vom Allerfeinsten. Kein Wunder, sie führt zur Datscha des Präsidenten.

Genau genommen ist dieses nach dem gleichnamigen Fluss benannte Zarafshan-Tal eines der ältesten und wichtigsten Routen der Seidenstraße gewesen und wurde bereits von Marco Polo benutzt. Die Besiedelung dieser Gegend reicht weit in die Bronzezeit zurück. Man kann dort die Jahrhunderte alten Ruinen des alten Pendzhikent und Ausgrabungsstätten von Sarazm aus dem 2. bis 3. Jahrtausend vor Christus besichtigen.

Neben den Seven Lakes gibt es weitere Seen, z.B. die Alaudin- Seen und den Iskander Kul und jede Menge tolle 3- und 4.000er Pässe.

Der Abzweig zu den Seven Lakes ist bissel schwer zu finden, wie fast überall gibt es keine Hinweisschilder.

Abzweig zu den Lakes: 39°29.442; 067°42.093

Der Legende nach hat ein böser Zauberer die sieben Töchter eines Bauern in die Seen verwandelt, tatsächlich entstanden sind sie nach Erdbeben und Erdrutschen. Nach dem perfekten Asphalt schlängelt sich nun eine wirklich traumhaft üble Schotterpiste von einem See zum nächsten. Hier MUSS man einfach hoch!

Kommt tatsächlich mal ein Fahrzeug entgegen wird es eng.

Belohnt wird man mit spektakulärer Natur, Stille, Einsamkeit, einmaligem Camping und sagenhaftem Offroadgelände.

Camping am See Nummer 3.

Für uns ist dies ein Riesenspaß. Aber es leben hier Menschen, unter sehr harten Bedingungen. Wir sind im Sommer da und wir haben Superwetter. Es ist alles noch ursprünglich, archaisch. Und dies nicht als Touristenattraktion, sondern die Menschen leben und arbeiten so, weil es nicht anders geht. Als dieser Teil noch zur Sowjetunion gehörte, wurden viele Bewohner zwangsumgesiedelt und aus den Selbstversorger Hirten und Bauern wurden ungelernte Baumwollarbeiter. Einige kehrten immer wieder zurück in ihre alte Heimat.

Die gewaltigen Naturkräfte können wir nur erahnen, und wir ziehen unseren Hut vor diesen starken, herzlichen und freundlichen Menschen.

Teppiche werden in Mittelasien überall auf der Straße abgekehrt oder gleich im Wasser abgeschrubbt.

Wir wollen alle leidenschaftlichen Schotterqueens und Offroadhelden zu einem Abstecher zu den Seven Lakes animieren. Wenn ihr schon so eine weite Reise macht um den Pamir Highway zu rocken, solltet ihr euch diesen Geheimtipp nicht entgehen lassen. Vielleicht ist irgendwann auch der Grenzübergang bei Pendzhikent wieder geöffnet, so dass man auch aus Usbekistan/Samarkand eine Tour hierhin machen kann. Zelten kann man überall, auch einzelne homestays soll es geben. Die Leute sind jedenfalls sehr nett. Hier kann man es ein paar Tage gut aushalten.

https://www.youtube.com/watch?v=vJzy8R5vhNg

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