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Tadschikistan

Mit einem bei muztoo gemieteten Allrad Toyota Hilux geht es endlich wieder on the road, unser Ziel ist das Pamirgebirge im Osten Tadschikistans. Dies ist unsere gefahrene Route und unsere Erfahrungen dabei. Wir fahren entgegen dem Uhrzeigersinn. So geht es langsamer auf die Höhe.

Quelle: http://bikesilk.blogspot.com/2007/10/pamir-highway-data.html

 

Tag 1: Osh – Nayman - Kyzyl Kyya – Kadamzhaj - Batken – Isfara (Tadschikistan)

Die Strasse ist mittelmäßig, in den Orten sind Basare, d.h. ziemliches Gewusel, wiederum Null Hinweisschilder...

ACHTUNG: in Kadamzhaj gibt es eine (noch nicht in unserer aktuellen Karte eingetragene) nagelneue Straße entlang der usbekischen Grenze nach Batken. Folgt man dagegen der Hauptstraße, gelangt man zwar über einen schönen Pass an eine kirgisisch-usbekische Grenze, die aber nicht für Ausländer geöffnet ist (haben wir getestet, wir waren dort und durften 1 Stunde zurück fahren, zugegeben durch eine tolle Landschaft...).

Weiter in Batken gibt es auch keinen Hinweis auf die Grenze. Aus der Stadt herausfahren, dann links halten. Fragen! Aber...

ACHTUNG: auch hier gibt es einen extrem schlechten Weg der zu einer kirgisisch-tadschikischen Grenze führt, der aber ebenfalls nur für Locals geöffnet wird. Diese haben uns genau da hin gewiesen. Der Zöllner lag bereits ausgezogen auf einem Feldbett. Die richtige Grenze ist nur ca. 2 km aus der Stadt Batken heraus auf einer halbwegs Schotterpiste zu erreichen.

Bordercrossing in Batken:

Ausreise Kirgistan war problemlos.

ACHTUNG: für Fahrzeuge gibt es Zollpapiere (CdP oder wie bei uns Temporary Import). Diese dürfen den Beamten nur in Kopie ausgehändigt werden, niemals die Originale geben! Diese bekommt man nicht wieder und hat anschließend große (teure) Probleme in Kirgistan bei der Wiedereinreise. Ohne Zollpapier ist das Fahrzeug illegal im Land!

Einreise Tadschikistan war relativ easy (aber es war schon spät, Feierabend).

ACHTUNG: es hat Methode bei der Einreise nicht alle Papiere auszuhändigen. Woher soll man auch wissen was benötigt wird… Später gibt es dann bei der Ausreise bzw an den Checkpoints Probleme weil man nicht alle Papiere hat. Es geht nur darum Geld herauszuschlagen.

Für die Einreise nach Tadschikistan mit Fahrzeug werden benötigt:

  • Einreisedokument für sich selbst (halber Zettel), wird an der Grenze ausgestellt
  • Einreisedokument für das Fahrzeug (eine Art Urkunde, nur 15 Tage gültig, egal wie lang das Visum ist, aber verlängerbar, und ein Blatt mit der eingezeichneten Route), ebenfalls an der Grenze ausgestellt
  • Versicherung für das Fahrzeug (muss man an der Grenze kaufen, ca. 25$)
  • Zolldeklaration

Dies sind alles Papiere, die an der Grenze bei der Einreise ausgefüllt werden und alle ausgehändigt werden müssen. Es werden oft jeweils 2 Zettel ausgefüllt, in der Mitte gestempelt und dann beide Hälften getrennt, einer bleibt beim Zoll, die andere Hälfte muss man bekommen.

Benötigt werden natürlich auch Pass, Visa, Fahrzeugpapiere usw. Für den Pamir wird zusätzlich eine Sondergenehmigung GBAO benötigt, die aber mit dem Visa zusammen problemlos zu bekommen ist. Mittlerweile gibt es für Tadschikistan das e-Visa- Verfahren. Von Freunden wissen wir, dass das nicht nur am Flughafen sondern auch an den Landesgrenzen klappt.

Erstes Wildcampen in Tadschikistan, abseits der Straße, außerhalb von Isfara.

 

Tag 2: Isfara – Kanibadam – entlang des Syrdarja in Richtung Khujand – Nau – Istaravshan – Shakristan Pass (3.378m) bis Ayni – Abzweig Richtung Pendzhikent zu den Seven Lakes

Die Strasse geht so, ist allerdings als Autobahn A 376 ausgewiesen, davon ist wirklich nichts zu bemerken... Wieder kein einziges Schild. Der Weg nach Nau ist die Umfahrung von Khujand. Der erste Pass ist OK, schlechte Strasse, teilweise Schotter, geht aber.

Auch den Tunnel fanden wir OK, bissel beleuchtet, relativ neu, 5 km.

Dann Abzweig nach Pendzhikent rechts: Strasse ist ca 70 km bester Asphalt. Tolles Fahren.

Der Weg zu den Seven Lakes ist schlecht, wird immer schlechter, bis völlig beschissen. Ist aber befahrbar. Locals fahren dort mit ihrem Lada hoch. Ca. 25 bis 30 km offroad von Feinsten.

Abzweig zu Lakes: 39°29.442; 067°42.093

Tolles Wildcamp am 3. See.

 

Tag 3: Seven Lakes – Ayni – Varzob - Dushanbe – Vahdat – Dangara

Wer es zeitlich einrichten kann, sollte sich dieses Naturwunder der seven lakes nicht entgehen lassen. Wir sind absolut fasziniert von der Landschaft und von den Menschen die hier leben. Besseres offroad-Gelände kann es kaum geben!

Wir fahren zunächst noch weiter nach oben, bis zu See Nummer 5, dann zurück. Bis Ayni, dann auf die M34. Strasse geht einigermaßen.

Der berüchtigte Tunnel (dangerous tunnel) ist dunkel und stickig, aber machbar. Rechts muss man aufpassen, hier sind offene tiefe Wasserrinnen und Baustellen, ca. 5 km. Fanden wir nicht so schlimm wie oft beschrieben, aber das empfindet jeder halt anders.

Die nachfolgende Strasse ist ganz ok, teilweise Löcher und Schotter, mehrere Maut-stellen, kostet immer ein paar $. Dafür wird aber auch wirklich viel gebaut, also soweit OK.

Einfahrt in Dushanbe, dann Richtung Vahdat fahren (1. Kreisel links), dann fragen. Wieder kein Schild, warum auch...

In Vahdat haben wir uns dann grandios verfahren. Eigentlich wollten wir die „Nordroute“ M41 nach Kalaikhum fahren, an einem im Bau befindlichen Stausee entlang, aber wir haben den richtigen Abzweig verpasst. Wir bemerken unseren Fehler erst als wir schon in Dangara sind, nach ca. 70 km. Diese Strasse ist (fast) perfekt ausgebaut. Asphalt, Schilder, geht gut. Deshalb hielten wir diese für die Hauptstrasse...

Wildcamp hinter Dangara mitten in der Steppe. Es ist heiß, weit über 35°, auch nachts.

 

Tag 4: Dangara – Kulyab – Shuroabad – Panj Fluss / afghanische Grenze – Kalaikhum

Bis Kulyab ist die Strasse gut asphaltiert. Abzweig nach Shuroabad ist nicht zu finden ohne GPS oder fragen. Nach Basar rechts...

Nach Shuroabad kommt eine krasse Baustelle über einen kleinen Pass: tiefer Schotter, Fesch Fesch, Umfahrungen, Löcher, ca. 20 km. Diese Baustelle könnte 2017 aber schon Geschichte sein (dafür gibt es dann andere...).

ACHTUNG: Pass hinunter ist z.T. sehr gefährlich! 90° und mehr Kurven, tiefe Schluchten (wenn man Kurve nicht kriegt und geradeaus fährt, war es das), doofer Schotter, Sand, sehr rutschig. Bei Regen unpassierbar!

Aber dann! Kommt man an den Panj Fluss, direkt gegenüber ist die afghanische Grenze, immer rechts. Jetzt geht es ca. 200 km so weiter: Schotter, Schotter, Schotter. Dazu Löcher, steile Überhänge. Geht aber ganz gut. Wenig Verkehr. LKW weichen gut aus.

Übernachtung in Guesthouse der Aga Khan Stiftung, direkt am Ortseingang Kalaikhum. Bett, Dusche, WEICHE FROTTEEHANDTÜCHER!!! Inklusive Frühstück mit KAFFEE 20$. Empfehlung von uns.

38°27.412
070°46.814

 

Tag 5: Khalaikum – Khorog (240km – 8 Stunden)

Auf der anderen Seite des Panj Fluss ist Afghanistan

Wie tags zuvor geht eine Schotterpiste am Panj Fluss entlang. Übles Geschüttel. Manchmal fehlt auch ein Stück „Strasse“, die heftigen Regenfälle im Mai und Juni haben Spuren hinterlassen.

ACHTUNG: ab jetzt gibt es keine Einkaufs- oder Tankmöglichkeiten mehr. Geld tauschen, tanken und einkaufen am besten in Khalaikum erledigen.

Wir übernachten in Khorog in der Pamir Lodge. Klasse! Zimmer 9$, Dusche, WC, Küche sind vorhanden. Viele Biker und Radfahrer sind da, super Stimmung.

Bissel schwer zu finden, kleiner Weg rechts hoch neben dem Varka (kyrillisch = BAPKA) ist richtig, wenn man denkt „nein hier bin ich falsch“, nicht umkehren :).

37°29.231
071°33.720

 

Tag 6: Khorog – Pamir Highway bis Yashil Kul

Man könnte weiter durch das Wakhan Tal am Panj Fluss bis Murghab fahren, dazu haben wir aber keine Lust. Andere Reisende berichten: schön, aber weiter 350km Schotter. Wir fahren den „echten“ Pamir „Highway“ M 41, quer durch den Pamir.

Zunächst geht es zügig aus Khorog heraus, Asphalt meistens, aber sehr übel, wellig, Löcher, teilweise Sand und Schotter. Durch ein schönes Tal und kleine Orte.

Das ist der Pamir „Highway“

Nächster Pass ist der Koitezek Pass (4.271m). Und diese Höhe über 4.000m bleibt ab jetzt!!!

ACHTUNG: In Khorog besteht die allerletzte Möglichkeit, Geld zu tauschen, zu tanken und einzukaufen. Sollte unbedingt gemacht werden. Ab dem Koitezek Pass kommt wirklich nichts mehr...

„Tankstelle“

UND: wenn irgendwie zeitlich möglich sollte man VOR dem Aufstieg/Pass nochmal campen, auf max 3.500m, am besten sogar mehrere Tage. Der Aufstieg aus Khorog ( 2.000m) am selben Tag auf 4.000m ist äußerst belastend bzw ungesund. Medikamente gegen Höhenkrankheit sollte man dabei haben (Djamox, Rioksin).

Geheimtipp: Wildcamp am See Yashil Kul, mit heißer Quelle, 3.799m

37°43.874
072°53.395

Gut zu finden, Abfahrt in das Dorf Bulunkul (hier ist ein Schild!)

 

Tag 7: Yashil Kul – Murghab

Wir haben ein echtes Offroad Fahrzeug, es ist tolles trockenes Wetter, also umfahren wir den See und fahren eine „Abkürzung“ mitten durch die Pampa nach Alichur. Extrem geil, aber: BITTE NICHT UNBEDINGT NACHMACHEN.

Wir sind gut durchgekommen. Aber es gab ein paar kritische Stellen mit Schlamm, Salzsee, komischem Untergrund. Später hörten wir von 2 Deutschen (Vater und Sohn), die genau hier wenige Tage (oder sogar Stunden) nach uns eines ihrer Motorräder zurücklassen mussten. Defekt und festgefahren, ohne Chance dieses zu bergen.

Übernachtung in Hotel in Murghab (1. Haus an Hauptstrasse links) ist gut. Ab 10$. Jurte, Dorm, Zimmer, Dusche, WC – alles da. Nur Strom gibt es abends aus dem Generator bzw ab und zu halt keinen. Internet? Nix. Tanken und etwas Wasser einkaufen geht hier. Ein Arzt und sogar ein Hospital sind auch da. Erfahrung mit Touristen mit Höhenkrankheit ist reichlich vorhanden...

 

Tag 8: Murghab

... was wir auch testen durften.

Uns hat es erwischt, höhenkrank. Jürgen war eine Nacht im Hospital. Wir bleiben einen Tag hier auf 3.630m und gewöhnen uns an die Höhe.

Jürgen mit dem Arzt im Hospital

 

Tag 9: Murghab – Karakul See - bordercrossing – Sary Tash/Kirgistan

Die Strasse bleibt weiterhin schlecht. Asphalt, aber extrem wellig (1 m hohe Wellen!!!), ab und zu ein Schotterstück, eine Brücke ist weg. Es ist absolut einsam, die chinesischen LKW fahren ab Murghab weiter nach Osten nach China. Wir sind nordwärts unterwegs, rechts neben uns ist jetzt die chinesische Grenze, um uns herum Weite und Berge.

Ein weiterer Pass will bezwungen werden, es geht aber gemächlich in die Höhe, Akbaytal Pass (4.655m).

Der Karakul See – ist so ein Traum! Kitschig schön. Hier ist ein nettes homestay, wir essen etwas und fahren weiter, denn wir müssen von der Höhe runter.

Uy Bulak Pass (4.232m), dann zur Grenze auf den Kyzyl Art Pass (4.336m) – übelste Schlammpiste, trotz strahlend trockenem Wetter.

Bordercrossing nach anfänglichem Gezicke (siehe oben warum) ging dann schnell und easy. Wir haben ca. 2$ „Gebühren“ bezahlt, was soll´s...

Zwischen den Grenzstationen ist ca. 30km Niemandsland, um das sich keiner kümmert, entsprechend sieht die Piste aus. Schlamm, Dreck, Schlamm...

Wildcampen wieder in Kirgistan, nahe Sary Tash, außerhalb des Ortes auf einer Alm, mit Blick auf schneebedeckte 5 und 6.000er...

 

Tag 10: Pik Lenin – Osh

Wir fahren am nächsten Morgen wieder ein Stück durch Sary Tash zurück und ca. 30 km bis Sary Mogol. Zufahrt zum Basislager des Pik Lenin (7.134m) ist möglich, jedoch nicht ausgeschildert, aber relativ leicht zu finden (fragen). Recht gute Schotterpiste, mehrere Spuren, eher rechts halten. Brücken sind ab und zu ziemlich abenteuerlich...

Dann geht es wieder zurück nach Osh (auf ca. 1.000m). Der Taldyk Pass (3.615m) und mehrere kleine Pässe kommen noch, aber gute Strassen. Es wird grün und warm.

 

Allgemeine Tipps:

Korruption bei Polizei und an den Grenzen ist allgegenwärtig. Fast jeder Einheimische hat einen Schein in der Hand. Beliebt ist auch die Gabe einer Wassermelone… Der Trick mit den absichtlich zurückgehaltenen und dann fehlenden Papieren ist wirklich unglaublich dreist. Wie einer mit dieser Tatsache umgeht sei jedem selber überlassen.

Schilder sind eindeutig überbewertet. Schließlich wissen ja alle wo es lang geht… Einheimische fragen kann hilfreich sein, manchmal sollte man aber exakt das Gegenteil von dem tun was einem gesagt wurde...

Hilfreich sind gute aktuelle Karten bzw eine funktionierende Navigation. Z.B. diese gute Karte, bei amazon erhältlich für 15€.

Tadschikistan ist eigentlich kein armes Land, aber viele Tadschiken sind bitterarm. Wir haben für die Kinder ein paar Bonbons mitgehabt.

Lebensmittel sind billiger als in Deutschland, aber soooo richtig billig auch nicht. Im Westen Tadschikistans und in den größeren Orten gibt es das Meiste zu kaufen. Supermarkt heißt Magazin. Alkohol und Bier gibt es dort manchmal nicht, Tadschikistan ist ein muslimisches Land.

Benzin gibt es, auch mitten im Pamir, zur Not aus dem Kanister. 1 Liter Benzin kostete umgerechnet knapp 1€. Qualität ist ganz ok.

Viele Touristen haben gesundheitliche Probleme, Durchfall z.B. Zum Teil liegt das am gern verwendeten Baumwollöl, welches Europäer schlecht vertragen. Auch die so leckeren Wassermelonen wirken abführend. Die Wasserqualität ist mitunter sehr schlecht.

Probleme mit Höhenkrankheit sind nicht zu unterschätzen. Es kann Alte wie Junge, Trainierte wie Untrainierte treffen. Es hilft nur ein langsamer Aufstieg auf die 4.000er Ebene, von der man erstens nicht so schnell wieder runter kann und vor allem will!

Toiletten sind ein Kapitel für sich. Klopapier ist eines der most important things.

Aber dies soll nicht das Schlussfoto des Pamir sein.

Sondern dieses hier...

Eine phantastische Landschaft, die uns tief in unserer Seele berührt hat. Wir hatten nur 10 Tage, und wir hatten nur ein Auto. Hier mit Motorrädern unterwegs zu sein muss der absolute Traum sein.

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