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Oman3

Oman besteht nicht nur aus grandiosen Wüsten, faszinierendem Gebirge, spektakulären Wadis, sondern hat auch eine 1700 km lange Meeresküste. Wir sind in den letzten Tagen von unserem ersten Strandcamp bei Dibab dieser Küste gefolgt, immer weiter Richtung Süden.

Mittlerweile sind wir im Oman mehr als 2000 km gefahren.

Ein Einheimischer hatte uns in Dibab vor sehr schlechtem Wetter gewarnt, wir sollten auf keinen Fall draußen sein, er lädt uns ein zu sich nach Hause. Dieses befindet sich ca. 1 km vom Strand entfernt in einer nagelneuen Stadt wie aus der Retorte, ein Haus wie das andere. Solche Siedlungen hatten wir schon vorher gesehen und uns darüber gewundert. Gabun klärt uns auf: 2007 hat es einen schweren Zyklon gegeben, er und viele Menschen verloren ihr Zuhause, ihre ganze Habe. Der Staat baute für seine Einwohner neue moderne Häuser „for free“, und jetzt wohnen sie sicher und komfortabel und sind sehr stolz darauf (zu Recht).

Das ist alles sehr interessant und sehr nett. Wir nehmen die Gastfreundschaft auf einen Omankaffee, Datteln und Obst gerne an, fahren dann aber doch weiter nach Sur. Sicherheitshalber nehmen wir uns ein preiswertes Hotel, genießen nach einer Woche wieder mal eine Dusche, WC, Internet und Klimaanlage… Nachts regnet es prompt wie aus Eimern. Wir erkunden diese sehr alte Handelsstadt am nächsten Tag, den arabischen Souk, den Fischmarkt. Garantiert komplett Touristenfrei (bis auf uns natürlich). Sur war früher eine wichtige Hafenstadt. Von hier fuhren die omanischen Seeleute nach Indien, China, Sansibar (das lange zum Oman gehörte) und Ostafrika. Oman hat nicht nur eine Wüsten-, sondern auch eine jahrhundertelange Seefahrer- und Schiffbautradition. Diese typischen Boote – Dhaus – werden heute noch gebaut und genutzt.

Wir packen schließlich zusammen, kaufen im ersten (und für die nächste Zeit) letzten richtigen Supermarkt nochmal ein und fahren weiter, bis an den äußersten Zipfel von Oman – Ras al Jinz. Hier gibt es ein Naturschutzgebiet für die Riesenschildkröten, die hier an den Stränden ihre Eier legen. Nochmal ins Hotel wollen wir nicht, zumal hier alles richtig teuer ist. Einen einigermaßen Campingplatz zu finden ist dann gar nicht so einfach, wir fahren mehrere Stellen an, schließlich entscheiden wir uns in der Nähe eines kleinen Ortes direkt am Strand zu zelten. Keine gute Wahl. Als wir gerade das Zelt aufgebaut, ordentlich abgespannt und gesichert natürlich, und gekocht haben, kommt von einer Minute zur nächsten ein heftiges Unwetter über uns. Es stürmt und regnet, das Zelt fliegt weg, der Topf mit Bolognese ist voller Sand, es ist stockfinster. Wir bekommen zusammen unser Zelt zu fassen, können die Stangen entfernen, es zwischen beiden Motorrädern zusammenknüllen und anbinden. Zwei Einheimische kommen uns zu Hilfe, haben ein Auto dabei, wir stopfen alles irgendwie hinein. Ein paar Hundert Meter weiter ein größeres Gebäude (ohne Schild oder irgendwas) ist ein Hotel. Wir hatten es für eine Schule oder Behörde gehalten. Hier kommen wir unter, legen das versandete Zeltknäuel in die Lobby, bringen das „Gepäck“ ins Zimmer. Jürgen holt noch beide Motorräder vom Strand, dann atmen wir erstmal durch. Wir sind beide völlig durchnässt und mit groben Sand einpaniert, aber wir haben das zusammen durchgestanden und wir haben ein Dach übern Kopf.

Kurios am Rande: auf einmal werden wir auf Deutsch angesprochen: „ja wo kommt ihr denn her?“ Ein sympathischer Ägypter zeigt uns Fotos von überfluteten Wadis, erzählt von Evakuierungen bei Muscat und fragt wie es denn in Sur sei. Wir kommen von dort, alles ganz ok. Nachdem wir geduscht und neue Sachen an haben gehen wir etwas essen. Im Speisesaal sitzt eine deutsche Reisegruppe, die weder unseren Gruß erwidert noch uns irgendwie beachtet oder anspricht. Fast jeder wildfremde Omani grüßt uns oder wir grüßen. Wir sind ein bisschen sprachlos.

Am nächsten Morgen checken wir unsere Ausrüstung. Große Erleichterung: es ist alles komplett und es ist alles ganz. Wir brauchen den ganzen Vormittag um alles zu entsanden und wieder ordentlich zu verpacken. Es regnet ein bisschen. Trotzdem. Schon wieder Hotelkosten? Wir ziehen unsere Regenjacken an und fahren beherzt weiter, immer weiter die Küste entlang, weg von dem schlechten Wetter. Mit etwas mulmigen Gefühl campen wir nochmal, das Zelt ist abgesichert wie noch nie. Alles ist gut. Dann eine lange Etappe: links das Meer, rechts die Wüste Wahiba. Es wird immer einsamer, menschenleer. Der letzte halbwegs Ort zu nennende Flecken ist Qurun mit einer Tankstelle, danach 200 km NICHTS. Auf unserer 2 Jahre alten Karte ist diese Straße noch als unbefestigte Piste ausgewiesen, jetzt ist sie asphaltiert (worüber wir aber nicht allzu böse sind). Es ist faszinierend durch diese Landschaft zu fahren. Jetzt endlich sehen wir sie, die ersten golden schimmernde Sanddünen.

Aber unser Ziel ist die Insel Masirah. 11.000 Menschen leben hier, es gibt einen Ort mit Tankstelle, Lädchen und Grills. Bis 1930 war die Insel unbesiedelt. Tourismus = Null. Genau das Richtige für uns.

Und endlich ist es soweit. Wir erreichen die Insel, wir finden einen Traumstrand. Weißer Sand, türkisblaues Meer, keine Menschenseele. Es scheint, gleich kommt Capitän Jack Sparrow um die Ecke...

Kommentare  

# Martin Greulich 2016-03-18 10:31
Hallo Ihr Zwei.

wünschen euch alles gute und ein tolle Reise.

Grüße von der Front in Nürnberg ;-)
Martin,Norbert, Markus
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# Marita 2016-03-19 18:47
Hallo ihr Zwei,
Ihr seht soooooo glücklich aus!
Seit einigen Tagen reise ich gedanklich mit!
Herzige Grüße aus Neuwied
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