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Normandie (Juli 2014)

Das ist eine Premiere. In jeder Hinsicht. Dies ist unser erster Reisebericht. Von unserem ersten gemeinsamen Urlaub überhaupt. Das erste Mal mit unseren beiden komplett umgebauten Motorrädern. Mit unseren neuen DANE-Sachen. Mit unseren neuen Helmen. Und, natürlich, nach den letzten schlimmen Wochen ein kleines Wunder...

Es ist Freitag Nachmittag, wir haben alles gepackt, und obwohl es schon recht spät ist, wollen wir noch ein Stück Strecke schaffen. Ich habe in der Nähe von Etretat ein kleines Ferienhaus gemietet, vor uns liegen 585 km. Noch zu viel für einen Tag. Überhaupt, kann Jürgen schon mit dem Motorrad fahren? Er sagt JA, und los geht´s.

Wir fahren bis Verdun. Alles hier atmet Geschichte. Hier also war es vor knapp 100 Jahren, als sich die Völker der Welt eine der großen Materialschlachten lieferten, als täglich 6.000 Menschen starben, insgesamt ca. 350.000 Tote und 800.000 Verwundete allein hier... Die deutsche Seite ließ hier 1.350.000 Tonnen Granaten niedergehen. Auf den ehemaligen Schlachtfeldern liegen heute noch 50 Tonnen Stahlsplitter, das sind sagenhafte 5 kg pro Quadratmeter. Die Schlacht bei Verdun dauerte vom Februar 1916 bis Dezember 1916 und endete ohne wesentliche Veränderung des Frontverlaufes.

Wir sind durch diesen Hintergrung ein wenig befangen, die Innenstadt von Verdun ist freundlich, die Menschen sind freundlich, wir finden ein nettes Hotel und unser Urlaub beginnt ganz friedlich.

Am nächsten Morgen geht es weiter, es nieselt, es schüttet, aber wir schaffen es bis nach Maniquerville. Ankommen, Heizung an, heiß duschen!

Normandie. Schon wieder Geschichte pur. Aber das hier soll ja ein Reisebericht werden, keine Geschichtsstunde...

Am Sonntag fährt Jürgen nach Harfleur bei Le Havre zum Markt. Lecker Essen kaufen, lesen und schlafen, abends kochen, so sieht unser Sonntag aus. Und dann erkunden wir die Gegend, fahren die Küste entlang, sehen die berühmten Steilfelsen bei Etretat, essen Fisch in Yport, gucken Boote und Meer in Fecamp, fahren immer wieder direkt bis ans Meer, und sind auf den kleinen Straßen fast allein. Millionen sanfte Kurven, es ist traumhaft.

Dieses Land hat es uns echt angetan. Wir leben nun schon seit 4 Jahren in Frankreich. Und wir verlieben uns gerade wieder neu in unsere Wahlheimat.

Unsere beiden Motorräder schnurren nur so dahin. Kein Gezicke, alles funktioniert. Als wir Anfang des Jahres die Entscheidung treffen mussten, unsere Reise zu verschieben, waren wir sehr traurig. Jetzt sind wir froh, dass wir noch 1 Jahr Vorbereitung und Testen haben.

Über den Felsen nahe Fecamp

Nach einer Woche ist unser Urlaub schon wieder vorbei. Diese Woche haben wir beide gebraucht und wir haben diese Woche genossen. Sonne, Meer und Strand, Ruhe und Erholung, kein Massentourismus, alles entspannt und gemütlich. Eine schwere Entscheidung müssen wir noch treffen: Fahren wir samstags zurück, wie geplant, obwohl unwetterartiger Regen und heftiger Wind angesagt sind? Fahren wir besser schon freitags? Aber es ist herrlich sonnig und abends spielt Deutschland gegen Frankreich um den Einzug ins WM-Halbfinale... Können wir noch ein paar Tage bleiben? Leider nein...

Freitag: wir fahren nochmal eine kleine Tour, kaufen die frischesten Austern der Welt auf dem Fischmarkt in Fecamp und schauen uns das tolle und dramatische Spiel an, Deutschland gewinnt 1:0. Komisch, alles still im Ort, keiner jubelt, und wir essen ganz leise unsere Austern und köpfen eine Flasche Schampus.

Samstag Morgen: Es regnet. Aber es geht uns gut, wir packen zusammen, ziehen unsere Goretex-Sachen an und los geht´s. Wir wollen so weit fahren, wie wir halt kommen. Und wir kommen bis Reims.

Jetzt wieder bissel Geschichte: Die Besiedelung reicht bis zur Bronzezeit zurück, eine Siedlung wurde von den Kelten ca. 80 v.Chr. gegründet, die Römer gaben der Stadt ihren Namen und machten sie zum Bischofssitz. Um 401 wurde an der Stelle der heutigen Kathedrale eine Kirche geweiht. Hier wurde ca. 497 Chlodwig I. getauft, der Begründer des Frankenreiches. Später wurden alle Könige in Reims gekrönt, u.a. im Jahr 1429 Karl II., mitten im hundertjährigen Krieg. Am 7. Mai 1945 wurde in Reims die Kapitulation Deutschlands unterzeichnet. 1962 versöhnten in Reims Charles de Gaulle und Konrad Adenauer das französische und das deutsche Volk.

Wir schauen uns die Kathedrale an, für einen Moment meine ich, die Gesänge während einer Krönungszeremonie zu hören, ich atme tief ein und bin beeindruckt von diesem magischen Ort. Die Kathedrale wird gerade renoviert, deshalb gibt es ein Foto aus dem Internet.

Berühmt sind die vielen Figuren. Mir scheint, der Künstler wollte uns sagen, dass die kleinen Leute schwer an den Großen und Mächtigen zu tragen haben...

Nach einer unspektakulären Nacht in einem unspektakulären Hotel geht es bei recht angenehmen Wetter sonntags nach Hause. Wir spulen die restlichen 220 km ab, kommen mittags an, und eine Stunde später fängt es an zu stürmen und zu regnen. Wir liegen auf der Couch und sind einfach nur glücklich.

Kommentare  

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