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Iran03

Von Kerman aus können wir entweder in Richtung Shiraz mit den berühmten Bauten der alten Königsstadt Persepolis fahren, oder nach Yazd. Auf jeden Fall wollen wir nach Esfahan. Alle drei Orte schaffen wir nicht, oder nur unter extremen Gehetze. Schließlich reizt uns Yazd mit seiner nahezu unversehrten Altstadt mehr.

Yazd gilt als eine der ältesten Städte im Iran, gegründet ca. 3.000 v.Ch. Die wechselvolle Geschichte Persiens mit Eroberungen, Zerstörung und Krieg hat auch diese Stadt erlebt, wurde jedoch nicht zerstört und ist somit noch weitgehend ursprünglich erhalten (sieht man von den verunglückten aktuellen Restaurierungsversuchen einmal ab). Yazd ist berühmt für die besten Pistazien der Welt (das können wir unterschreiben) und für fantastischen Brokat (hier bedauere ich ein wenig, dass wir mit Motorrädern unterwegs sind. Daher gibt es nur ein Foto).

Wir haben wieder einmal Glück bei der Quartiersuche. Nachdem mehrere Hotels ausgebucht sind, stehen wir an einem Hotel, allerdings mit 4 Sternen und 90$ zu teuer für uns. Die Chefin hat ein Einsehen und gibt uns den zur Zeit nicht benutzten Massagesalon, die Motorräder stehen sicher, wir haben ein Bett, Dusche und Klo, alles blitzsauber, sowie ein tolles 4-Sterne-Frühstück, und das für kleines Geld. Super.

Direkt neben dem Hotel ist ein „Schweigeturm“ zu sehen. Yazd ist ein Zentrum der alten zoroastrischen Lehren. Wasser, Erde, Feuer und Luft gelten als heilig und dürfen nicht verunreinigt werden. Deshalb wurden die Leichen Verstorbener in runde Türme gelegt, wo Geier und Raben diese gefressen haben. Ziemlich gruselig, obwohl wir keine Geier sehen...

Die Stadt erkunden wir zu Fuß, bummeln durch die alten Gassen, durch das orientalische Gewusel im Bazar und machen klassisches Sightseeing.

Ganze zwei Tage bleiben wir in Yazd, dann genießen wir nochmal ein letztes 4-Sterne-Frühstück und fahren los nach Esfahan. Die Strecke über die Autoroute 71 führt schnurgerade durch eine Geröllwüste. Wir haben stellenweise so starke Sandstürme, dass wir anhalten müssen um nicht von der Straße geweht zu werden. Zudem geht es auch noch über einen heftigen Pass. Das Schild „Schneeketten“ steht dort sicher zu Recht… Es kühlt auf 9 Grad ab, regnet und stürmt. Aber dann endlich sind wir in

 

اصفهان - Esfahan, der Stadt von Noah Gordons Medicus.

Esfahan ist die Hälfte der Welt, sagt ein persisches Sprichwort. Es war besonders Clelia´s Traum, hierher zu kommen. Vor über 1300 Jahren schon, als Europa noch finster und dumm war, blühten hier Wissenschaft, Kultur und Handel. Menschen aller Religionen lebten hier zusammen und respektierten einander. Leider wurde auch Esfahan wie so viele andere Orte mehrfach zerstört, geplündert, verbrannt. Die berühmte Madrassa und die weltberühmte Bibliothek gibt es nicht mehr. Trotzdem strahlt diese Stadt.

Dieser Seidenteppich wurde in eineinhalb Jahren per Hand geknüpft. Er kostet so viel wie unser gesamtes Reisebudget. Wir haben ihn bewundert, dort gelassen, und fahren weiter...

Endlich haben wir es geschafft. Wir hatten uns schon ein Hostel vorgemerkt, finden es problemlos und checken für 20$ pro Nacht ein. Mitten im Zentrum, die Bikes stehen sicher im abgeschlossenen Hof, und alle Leute sind sehr nett. Das Hostel Amir Kabir ist wirklich eine gute Empfehlung.

N 32.39.822
O 51.40.170

Nach den letzten harten Fahrtagen und den vielen Eindrücken bleiben wir hier gleich mehrere Tage. Wir müssen einiges erledigen. Jürgens geliebten Trial-Stiefel haben arg gelitten. Wir finden im Schuhmacherviertel einen richtig guten Handwerker, der die Stiefel repariert. Auch in Esfahan zieht uns der Bazar magisch an. Genau so ist es vor 100 und mehr Jahren zugegangen. Der Teppichmarkt ist besonders spannend. Und wir finden richtige Zeltnägel...

Hier verbringen wir Stunden und Tage. Wir relaxen auf dem Imam- Platz, beobachten die Leute. Die schöne Khaju- Brücke lädt geradezu zum Verweilen und Träumen ein. In Esfahan ist die Atmosphäre gelöst und fröhlich. Natürlich sehen wir streng daher blickende Mullahs, und das Straßenbild ist geprägt von den vielen schwarz verhüllten Frauen.

Aber es gibt auch ganz viele Frauen, die das vorgeschrieben Kopftuch elegant und farbenfroh tragen. High Heels dazu und eine stolze selbstbewusste Haltung – tres chic. Clelias Turban findet allgemeine Bewunderung. Vielleicht haben wir ja einen neuen Modetrend angestoßen...

Ja, es ist wahr. Hier ist es noch zu finden: das Paradies. Auch wenn man ein wenig suchen muss...

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