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Frankreich01

ENDLICH!

Endlich daheim!

Wir können das Gefühl gar nicht beschreiben, das uns heftig und ohne Vorwarnung überkommt, als wir europäisches Festland betreten (bzw. befahren).

Von Dover sind wir mit dem Eurozug in einer halben Stunde Fahrzeit und für 84£ durch den Ärmelkanal gefahren worden. Diese Effizienz ist für uns angenehm und befremdlich zugleich. Wir erleben einen Kulturschock rückwärts.

Jetzt also sind wir in Calais. Hier funktioniert unser Garmin wieder, na toll. Wir finden in der Nähe einen einfachen und sauberen Campingplatz für 11€ und bleiben erst einmal für ein paar Tage hier. Alle Sachen sind noch feucht und muffelig. Die Sonne strahlt, wir erholen uns, waschen, putzen, relaxen und genießen die französische Leichtigkeit.

Wunderschön : Nord Pas-de-Calais - Bienvenue chez les Ch'tis

Von hier aus sind es normalerweise noch 480 km bis zum Ziel unserer Rückkehr: das Zuhause von Jürgens Eltern. Aber der Weg ist bekanntlich das Ziel, und so entschließen wir uns kurzerhand, einer lieben Freundin noch einen schnellen Besuch abzustatten. Über Gent und Antwerpen fahren wir nach Breda zu Mirjam.

Wir trafen Sie in Kirgistan, als sie voller Begeisterung aus dem Pamir zurückgekommen war und weiter in die Mongolei wollte. Clelia hatte immer noch ein dickes Knie, Schmerzen und Panikattacken von ihrem Unfall. Wir haben so lange und so nett zusammen gesessen und geredet. Dann fuhren wir in den Pamir, sie weiter nach Bishkek. Später dann mussten wir erfahren, dass Mirjam dort beinahe dasselbe passiert war, ein Kamikazefahrer kam ihr auf ihrer Spur direkt entgegen und fuhr sie um. Bein gebrochen. Reiseende. Scheiße!

http://www.tasteoffreedom.nl/en/vluchtig-kirgizie/

Tapfere Mirjam – alles alles Gute!

Am nächsten Morgen gibt es keine Ausreden mehr, wir müssen weiter, Richtung Deutschland.

Wie wird es sein, das Ende unserer Reise...

Noch ein allerletzter Stopp bei unseren besten Freunden der Welt, die für uns immer die Verbindung in die Heimat waren. Wir platzen völlig ungeplant in eine Geburtstagsparty, aber wenn wir eines unterwegs gelernt haben, et kütt wie et kütt...

Am Sonntag, den 11. September 2017, sind wir nach 212 Tagen on the road wieder angekommen.

Keinen Tag zu früh. Wir versuchen, uns den Schreck nicht anmerken zu lassen, als wir Jürgens Eltern sehen.

Wir ziehen in Jürgens Kinderzimmer bei den Eltern ein, denn unser Zuhause haben wir Anfang des Jahres aufgegeben. Unsere Habseligkeiten passen bei den Eltern in einen Kellerraum.

Der härteste Teil der Reise kommt jetzt erst, ahnen wir.

Habt ihr es auch bemerkt? Viele Reiseblogs enden mit der glorreichen Heimkehr. Alles! Ist! So! Toll!!!!

Nein, gar nichts ist toll...

In den ersten Tagen und Wochen sind wir voll damit beschäftigt, uns um unsere Eltern zu kümmern. Sie brauchen Pflege und Hilfe. Vater ist schwer krank, er muss sofort ins Krankenhaus. Wir beantragen wieder Pflegestufen, organisieren Hilfe, kaufen ein und kochen und freuen uns, als die Eltern munter losfuttern und wieder etwas Energie bekommen, sind einfach da. Die Pflegebürokratie macht uns sprachlos, weckt aber unseren Kampfgeist. Statt Reiseblogs zu lesen sind wir jetzt Follower von Pflege-durch-Angehörige...

Diese ersten Tage und Wochen sind hart. Aber die Entscheidung für die vorzeitige Rückkehr war richtig. Beide Eltern sind glücklich, ihre verrückten Kinder wieder zu haben.

Ende Oktober fahren wir zum HUBB Treffen. Großes Hallo, wir sehen auch Mirjam wieder.

Clelia: “Endlich normale Leute...“

Viele sagen, das Schwierigste an einer langen Reise sei das Losfahren. Stimmt, aber:

Zurückkommen ist noch schwieriger...

Heute, ein halbes Jahr später, sind wir immer noch nicht richtig angekommen. Wir sind erschüttert über die Gewalt hier bei uns, neue Grenzen – zwischen Ländern und in den Köpfen. Wir genießen die Verlässlichkeit, das Vertraute, die Heimat. Wir schätzen unser tolles deutsches Gesundheitssystem. Und unsere freundlichen korrekten Polizisten. Wir schütteln den Kopf über die ewigen Meckersäcke, die „German Angst“. Wir genießen (hier jedenfalls) selbstverständliche Dinge: saubere WC, kuschelige Betten, Trinkwasser aus dem Hahn. Regeln. Gleichzeitig gehen uns einige / viele Regeln auf den Wecker.

Nach und nach leben wir uns ein. Wir funktionieren wieder. Aber das Fernweh bleibt, ist größer denn je. Irgendwann, da sind wir uns ganz sicher, sind wir

On the road again.

Die Welt ist wunderschön.

Die allermeisten Menschen sind freundlich, hilfsbereit und nett.

A...löcher gibt es überall auf der Welt.

Ende

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