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Canada03

Die ersten Tage in Canada erleben wir unterschiedlich. Clelia ist absolut begeistert, sie genießt die Natur, die freundlichen zurückhaltenden Leute, empfindet Freiheit. Jürgen bekommt einen Preisschock. Alles ist richtig teuer. Die ersten Tage hängen wir im genialen Toad Rock rum, wir gewöhnen uns an die extreme Zeitverschiebung von Minus 14 Stunden, genießen diesen wundervollen Platz und freuen uns auf dieses neue, ganz andere Abenteuer.

Canada ist das zweitgrößte Land der Erde. Die Entfernungen sind riesig. Es ist Anfang August, mitten im Sommer, und in Westcanada herrscht eine „Hitzewelle“ – fast 30 Grad!!! Aber wir wissen, Herbst und Winter werden schneller kommen als uns lieb sein wird. Wir planen eine coole Route: nordwestlich ein Stück entlang des legendären Gold Rush Trails, in den Wells Gray Park, wo es sagenhafte Gletscher und Wasserfälle gibt, wir wollen in einem großen Bogen nordwestlich fahren an die Küste, um dort mit einer Fähre nach Vancouver Island zu fahren.

Das ist der Plan. Aber ihr wisst ja: our plan is change the plan.

Noch in Toad Rock, als unsere Route gerade fertig war, kommt ein Hilferuf unserer Eltern aus der Heimat. Wir hatten es schon zu Beginn unserer Reise auf dem Schirm. Dass das passieren könnte. Dass wir zurück müssen.

Wir überlegen unsere Möglichkeiten. Mal eben nach Deutschland fliegen und nach dem Rechten sehen? Nicht wirklich eine Option. Abgesehen davon, dass wir uns das nicht leisten können, würden wir erst Mitte/Ende August hier weiterfahren können, wenn überhaupt. Canada wird also die letzte Station unserer Reise sein (müssen). Die Unfälle haben unser Reisebudget arg strapaziert. Wir haben gerade ein Motorrad gekauft. Für Canada haben wir ein 90 Tage Visum, eigentlich bis Ende Oktober. Die Einreise in die USA wäre für uns nicht ohne Weiteres machbar. Wir waren im Iran, damit müssten wir ein (echt teures) Visum beantragen. Das Procedere dafür ist schwierig.

Jürgen telefoniert via skype mit seiner Mutter zu Hause

Wir treffen gemeinsam eine Entscheidung. Wir kürzen unsere geplante Route, aber wir wollen noch eine gute Zeit in Canada haben, wir fahren einen etwas kleineren Bogen nord- und westwärts bis Vancouver. Von dort aus wollen wir noch Vancouver Island besuchen, und dann geht es heim...

Wir erleben eine grandiose Landschaft. Genauso wie wir uns Canada immer vorgestellt haben, sehen wir glasklare Seen, fahren durch endlose Wälder, immer wieder vorbei an Treibholz, sehen schneebedeckte Berge. Wir stoßen auf Zeichen der Indianer, der First Nation. Sehr unaufdringlich, voller Stolz auf diese Wurzeln.

Die Strecke ist einfach nur herrlich. Wir fahren nicht den kürzesten und schnellsten Highway, sondern nehmen die kleinen Nebenstraßen, die sich in Hunderten Kurven auf und abschwingen. Übernachten kann man sehr gut auf den campgrounds der Gemeinden. Wild campen ist gar nicht so einfach. Entweder sind die Wälder undurchdringlich oder als privat gekennzeichnet. Oder Bärenland...

Paul Lake bei Kamloops

Lillooet, früher genannt „Mile 0“, am Fraser River

Hier begann für Tausende in den 1860er Jahren der Weg zu den Goldclaims. Viele Orte entlang dieser Strecke entstanden als Roadhouses und hießen ganz einfach 70 Mile House, 100 Mile House usw. Während wir die tolle Strecke über mehrere teils steile Pässe genießen, stellen wir uns die Planwagen und Ochsenkarren vor, die hier gerade mal vor 150 Jahren diese Berge überwanden.

Von hier aus führt die phantastische N99 durch den Olympiaort Whistler nach Vancouver. Whistler lassen wir links liegen, aber hin und wieder ein Fotostopp muss einfach sein.

Wir haben nur einen Bruchteil dieses grandiosen Landes erleben dürfen. The Praries, the Northwest Territories, Yukon, Dawson City, die gesamte Ostküste, Quebec – all das wartet noch auf uns. Bei unserer nächsten Canadareise.

Jetzt aber erkunden wir erst einmal Vancouver.

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