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Bordercrossing VAE - Iran

Ehrlich gesagt, haben wir sehr ernsthaft über diese Alternative nachgedacht. Im Hafen von Sharjah liegen nämlich auch diese Holzboote, die von hier aus in den Iran, nach Pakistan und wer weiß wohin fahren. Aber es ist stürmisches Wetter angesagt und wir sind deshalb Schisser (oder vernünftig), und nehmen die Hormuz 12...

Hier ist unser Erfahrungsbericht.

Zunächst die Fakten:

Wir wollen mit 2 Personen und 2 Motorrädern die VAE verlassen und in den Iran einreisen. Pässe, Visa, CdP sind alle vorhanden.

Nach etwas Recherche wissen wir, dass ausschließlich die Agentur Al Hili Marine Service lizensiert ist für den Ticketverkauf. Es gibt keine anderen Fährbüros, also muss man diese Agentur nehmen, ob man will oder nicht.

Das Büro ist ca. 2 km außerhalb des Hafens in Sharjah, Al Khan road, Al Ikhias Tower.

N 25.19.451
E 55.22.031

Geöffnet ist von Sonntag bis Donnerstag 08.00 Uhr bis 16.30 Uhr, sowie Samstag von 08.00 Uhr bis 12.30 Uhr.

Tel: 00971 65288575

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Fähre nach Bandar Abbas fährt Sonntags, Dienstags und Donnerstags (Achtung: diese kommt dann Freitags = Wochenende an).

Eingang zum Port Khalid: N 25.21.457 E 55.22.614.

Die Preise stehen fest, Handeln ist möglich, aber nur minimal.

Für die Tickets haben wir insgesamt 3.170 AED (ca. 800€) bezahlt, inklusive aller Hafengebühren Sharjah, und der „Ausreisesteuer“ von 35 AED pro Person. Dabei haben die Bikes so viel wie ein Auto gekostet, nämlich 1.250 AED (ca. 310€), und zwar jedes… Begründung: die Abfertigung ist dieselbe wie für ein Auto...

Die Agentur agiert dafür absolut ordentlich und korrekt. Wir haben für die Ausreise sowie für die Einreise in den Iran alle notwendigen Papiere erhalten, es gab in Sharjah einen Ansprechpartner, der uns durch die Ausreisemodalitäten gelotst hat.

Für die Ausreise soll man vor 12.00 Uhr im (!) Hafen sein. Da die Fähre erst gegen 21.00 Uhr ablegt, ist das ziemlich früh. Die Ausreiseformalitäten haben bei uns nicht ganz eine Stunde gedauert, dann ist man durch und befindet sich innerhalb des Zollhafens, den man nicht mehr verlassen kann. Gemütlich ist das nicht. Das spätere Einchecken kostet allerdings Geld, ca. 130 AED (ca. 30€)...

An Bord ist es komfortabel, wir hatten genügend Platz und konnten auf den Sitzreihen schlafen. Während der Fahrt kann man aber zum Fahrzeug, z.B. um im Auto zu schlafen. Es gibt Abendessen und Frühstück, sowie Snacks und Getränke zu kaufen. Die Toiletten sind ok.

Wir hatten den Tipp bekommen, noch in Sharjah iranisches Geld zu tauschen, und haben das gemacht. Das geht nur bei Salim Exchange im iranischen Souk (N 25.21.36, E 55.22.60). Es ist jedoch auch möglich auf der Fähre zu tauschen, allerdings zu einem schlechteren Kurs.

Die Fähre kommt morgens ca. 09.00 Uhr an, wir sollen die Motorräder von Bord fahren.

    1. Einreise / Pass / Visa

      In der Immigration Halle sind wir ca. 10.30 Uhr. Hier gibt es die Einreisestempel, es geht ziemlich zügig, wir werden an den anderen (iranischen) Passagieren vorbei gewunken. Es sollen Formulare ausgefüllt werden. Ein Officer erklärt uns was wir weiter in welcher Reihenfolge zu tun haben.

    2. Büro Hoopard Darya / Hafengebühren

      Außerhalb des Hafens befindet sich ca. 5 km entfernt das Marinebüro, wir wurden von einem hilfsbereiten Iraner hin gefahren, es gibt aber auch Taxis. Ein Mitarbeiter der Agentur begleitet uns zu einem Schalter, zur Bank nebenan, füllt alle Formulare aus, wir sitzen daneben bzw laufen überall mit hin. Das dauert. Wir müssen in iranischem Geld 1,2 Millionen Rial (ca. 30€) pro Person bezahlen. Das sind die Hafengebühren.

      Auch hier wäre Geld tauschen möglich.

      Als das erledigt ist, geht es per Taxi wieder zurück zum Hafen.

    3. Zoll

      CdP werden kontrolliert, ein Officer geht (allein, mit unseren Carnets) zu den Motorrädern. Diese stehen immer noch innerhalb des gesicherten Zollgeländes, wir sind außerhalb, komisches Gefühl.

      Hier sind wieder 2 Formulare auszufüllen. Und es werden je 2 Kopien der Pässe, Visa, CdP Deckblatt und Einreiseblatt benötigt.
      Der Zoll hat nur bis 14.00 Uhr geöffnet, wir schaffen es gerade so.

    4. Polizei

      Gleich nebenan müssen wir unsere Pässe zeigen, ca. 15 Minuten lang wird eine Art Passierschein für den Zollhafen ausgestellt. Es heißt „finish“, und wir können mit dem Passierschein wieder in den Zollhafen und unsere Motorräder abholen. Na das war ja einfach. Denken wir…

      Aber es gilt ja einen Ruf zu verteidigen. Die Iraner drehen also nochmal richtig auf...

    5. Aus dem Zollhafen

      Der Eingang wird durch Security gesichert. Mit unseren Passierscheinen können sie nichts anfangen, sie lassen uns aber rein. Wir ziehen uns an, holen die Bikes und fahren wieder ans Tor, mit unseren Passierscheinen.

      Wir dürfen aber nicht raus. Wir sollen zurück fahren!!! ???

      Ein Officer nimmt Jürgen auf seine 125er Honda und fährt mit ihm wieder raus. Clelia ist bei den Bikes. Wir müssen in der Hafenbehörde noch etwas bezahlen (ca. 12€), unsere Carnets werden nochmal geprüft (macht Jürgen außerhalb des Zollgeländes). Der Officer bringt ihn wieder zurück.

      Dann fährt der Officer vorneweg, quer über den gesamten Zollhafen, in eine Art Lagerhalle. Wir müssen hinterher. Wieder Pässe prüfen, Carnets prüfen. „Finish“. Ich sage: „really?“ – yes…

      Können wir den Zollhafen jetzt verlassen? Nein. Wir müssen auf eine Waage. Pässe zeigen, Carnets zeigen. Dann dürfen wir fahren, aus dem Zollhafen, wir sind immer noch im Hafengelände.

      Was diese ganze Aktion sollte, wissen wir nicht.

    6. Nochmal Polizei

      Als „Pfand“ hat der Police Officer Jürgens Pass behalten. Den wollen wir natürlich wiederhaben. Der Mann hat schon Feierabend. Nochmal bissel Aufregung, dann holt jemand den Pass. „Finish“.

    7. Finish

      Ausfahrt aus dem Hafen ca. 17.00 Uhr. Nochmal absitzen, Carnets zeigen. Das war´s.

Wir sind im IRAN.

Unser Fazit:

Ja, es war natürlich nervig. Aber es war zu schaffen. Ruhe bewahren, Formulare ausfüllen, nicht aufregen, dann geht das alles.

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